Information für Patienten

 

 

Informationen zur nuklearmedizinischen Gelenktherapie* (Radiosynoviorthese)

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, diese Information soll Ihnen einen Überblick geben über die notwendige Voruntersuchung (Diagnostik) und die Behandlung (Therapie).

Voruntersuchung
Radiosynoviorthese allgemein
Radiosynoviorthese- Durchführung
Radiosynoviorthese- Vor- und Nachteile

Radiosynoviorthese- Durchführung

Durchführung der Radiosynoviorthese:

Das für Sie benötigte radioaktive Präparat in der individuell bestimmten Dosis wird in Frankreich oder England bestellt und nur an bestimmten Tagen geliefert. Das bedeutet: Die Gelenktherapie (Radiosynoviorthese) kann generell nur an diesen Tagen erfolgen. (Nebenbei: Da die für Sie bestellte kostspielige Substanz immer frisch verbraucht werden muss, ist es wichtig, dass Sie den vereinbarten Termin unbedingt einhalten oder aber spätestens eine Woche vorher absagen).

Die Haut über dem Gelenk wird desinfiziert. Dann wird unter sterilen Bedingungen mit einer dünnen Nadel eine Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) und gleichzeitig eine Punktion des Gelenks vorgenommen, meist unter Durchleuchtung, oft mit Kontrastmitteldarstellung des Gelenks. Ist ein Erguss vorhanden, wird er abpunktiert. Die für Sie vorbereitete radioaktive Substanz wird ins Gelenk injiziert, nun die Nadel herausgezogen, die Punktionsstelle noch etwas abgedrückt. Fertig!

Wichtig ist, dass die radioaktive Substanz absolut sicher in die Gelenkhöhle injiziert wird, damit gesundes Gewebe nicht zerstört wird. Daher wird unmittelbar vor der Injektion der radioaktiven Substanz (mit einigen Ausnahmen) eine Durchleuchtung mit röntgendichtem Kontrastmittel durchgeführt: zur Beurteilung der korrekten Position der Nadel im Gelenk und zur Beurteilung der Beschaffenheit und Ausdehnung der Gelenkhöhle. Übrigens: Es ist sinnvoll, weite Kleidung anzuziehen. Bei einer engen Röhrenhose ist es schwierig, z.B. eine Knieschiene anzulegen.


Das rechte Ringfinger-Mittelgelenk soll behandelt werden.

Arthrogramm: Man erkennt die Nadellage und die perfekte Verteilung des Kontrastmittels im Gelenk. Jetzt kann der radioaktive Stoff injiziert werden.

 

Nach der Radiosynoviorthese wird das behandelte Gelenk fixiert, meist mit einem Schienenverband. Mit Ausnahme der kleinen Gelenke wird noch ein "Verteilungsszintigramm" vom behandelten Gelenk angefertigt, das die einwandfreie Verteilung des Radiopharmakon demonstriert (Qualitätssicherung). Werden Gelenke im Bereich der Beine (z.B. Kniegelenk) behandelt, werden Sie mit einem Rollstuhl zum Auto oder Taxi gebracht. Nach einer Radiosynoviorthese sollten Sie nicht selbst das Auto steuern, da sonst die erforderliche Ruhigstellung nicht gewährleistet ist. Erst nach 48 Stunden sollte die Schiene von Ihnen entfernt werden. So lange muss das Gelenk unbedingt geschont werden, z.B. am besten in einem gemütlichen Sessel mit Hochlagerung des behandelten Beins. Der Toilettengang ist erlaubt.

 

* Diese Informationen entsprechen der vierseitigen Aufklärung für Patienten der Gemeinschaftspraxis Prof. Dr. G. Mödder, W. Mütter, Dr.B.Boddenberg-Pätzold, Dr. M. Göhring, Dr. B. von Einem/ Köln

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Stand: 11. Februar 2003