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Einleitung,
Wirkung, Dosierung
Diagnostik
Punktion
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Strahlenschutz
Gesundheitspolitik
Diagnostik vor der Radiosynoviorthese
Im Idealfall besteht eine enge Kooperation mit Rheumatologen und Orthopäden,
die dem Nuklearmediziner die Patienten zur Radiosynoviorthese überweisen.
Dann darf er davon ausgehen, dass eine exquisite fachspezifische Diagnostik
stattgefunden, die konservative Therapie optimiert oder ausgereizt und die
richtige Indikation zur Radiosynoviorthese gestellt wurde. Im Falle einer
Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis wurde mindestens ein halbes
Jahr eine antirheumatische Basistherapie durchgeführt. Dennoch enthebt dies
den Nuklearmediziner, der die volle Verantwortung für die Radiosynoviorthese
trägt, nicht einer sorgfältigen Indikationsüberprüfung. Immer ist differentialtherapeutisch
auch das Feld der operativen Möglichkeiten abzuwägen: von Früh- oder Spät-Synovialektomie
bis Tenosynovialektomie, Sehnenrekonstruktionen (bei Rupturen), Nervendekompression,
Resektions(interpositions)arthroplastik, Arthrodese und Alloarthroplastik.
Nach Anamnese und klinischer Befunderhebung ist eine ausführliche Aufklärung
des Patienten über Eingriff, Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationsmöglichkeiten
erforderlich, die mit der Unterschrift auch einer Einverständniserklärung
quittiert wird. Selbstverständlich haben dann auch Röntgenaufnahmen der
zu behandelnden Gelenke vorzuliegen. Darüber hinaus sind zwei Untersuchungsverfahren
zu erwähnen, denen ein hoher Stellenwert für eine erfolgreiche, nebenwirkungsfreie
Radiosynoviorthese zukommt: Arthrosonographie und Szintigraphie.
Arthrosonographie
Wenn bei der Radiosynoviorthese eines Kniegelenks eine problematische Bakerzyste
übersehen wird, könnte ein posttherapeutischer Reizerguss zur Ruptur der
Bakerzyste führen -: eine fatale Komplikation, die einfach nicht passieren
darf. Daher wurde das Vorhandensein einer Bakerzyste bislang als Kontraindikation
angesehen. Gehört zur Untersuchung von Kniegelenken aber auch die Sonographie,
entgeht einem die Bakerzyste nicht. Immerhin fanden wir bei 980 mit der
Radiosynoviorthese behandelten Kniegelenken in 25 % eine Bakerzyste. Zur
sicheren Vermeidung der og. Komplikation wird zwei Tage vor der Radiosynoviorthese
eine (infolge eines Ventilmechanismus pralle) Bakerzyste ultraschallgezielt
abpunktiert.
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Prüfung auf Ventilmechanismus: bei Druck
mit dem Schallkopf auf die Bakerzyste (grüner Pfeil) läßt
sich diese komprimieren, und der Verbindungsgang erweitert sich
(rote Pfeile). Fazit: kein Ventilmechanismus. Die Bakerzyste muß
vor der RSO nicht abpunktiert werden. |
Bei Kniegelenken ist die Sonographie somit absolut obligat. Aber auch bei
anderen Gelenken ist sie vor der Radiosynoviorthese kaum verzichtbar, ist
doch eine anschauliche Kenntnis des Gelenkinneren (Erguss? Briden? Bizarre
Synovialiszotten? Schultergelenk: Rotatorenmanschettenruptur? Bursitis subdeltoidea?)
und der periartikulären Strukturen (Tenosynovialitis? Enthesitis?) oft von
großem Vorteil für die strikt zu fordernde perfekt intraartikuläre Injektion
des Radiopharmakon. ( Näheres siehe Mödder 1995).
Gelenkszintigraphie
Nicht gemeint ist hiermit die für rheumatologische Fragestellungen meist
gut verzichtbare „Knochenszintigraphie“, zumal, wenn sie in Ganzkörpertechnik
durchgeführt wird, mit oft jämmerlicher Detailerkennbarkeit der Gelenke.
Erstaunlich wenig bekannt ist dagegen der hohe Wert der Weichteilszintigraphie
der Gelenke. Wie bei der Skelettszintigraphie wird 99mTc-MDP i.v. injiziert,
die Einzelaufnahmen in verschiedenen Ebenen werden aber nicht erst 3 Stunden
p.i. („Spätphase“), sondern bereits etwa 5-10 Minuten p.i. gemacht. Das
Radiopharmakon ist dann noch nicht im Knochen angereichert, sondern noch
in der Blutbahn bzw. den Weichteilen verteilt („Bloodpoolphase“- oder
„Frühphase“).
Bei einer Synovialitis mit der damit verbundenen Hyperämie zeigt demnach
eine erhöhte fokale Aktivitätskonzentration zwar unspezifisch aber hochsensitiv
die entzündliche Aktivität in den Gelenken an. Man erhält einen hochempfindlichen
Überblick über den polyartikulären Befall und die Intensität der Synovialitis,
korrelierend mit der Schmerzintensität und oft Monate vor röntgenologisch
sichtbaren Veränderungen. So lässt sich z.B. erkennen, welches Zehen-
oder Mittelfußgelenk die Ursache der Beschwerden des Rheumatikers ist,
der gerade Beschwerden im Fußbereich erstaunlich oft nicht exakt lokalisieren
kann.
Das Weichteilszintigramm erlaubt die treffsichere Radiosynoviorthese
des richtigen Gelenks und ist damit bemerkenswert therapierelevant. Außerdem
gilt das Statement aus der „Qualitätssicherung in der Rheumatologie“ (Deutsche
Gesellschaft für Rheumatologie 1997): „Die Szintigraphie kann auch bei
klinisch asymptomatischen Gelenken entzündlich bedingte Mehrbelegungen
anzeigen und trägt damit zur besseren Kenntnis des Verteilungsmusters
der befallenen Gelenke und zur Spezifizierung der Diagnose bei.“ Nicht
zuletzt diese wertvolle Eigenschaft trägt oft dazu bei, dass eine Mon-
oder Oligoarthritis besser eingeordnet oder eine Radiosynoviorthese zugunsten
einer suffizienteren Einstellung der Basistherapie zunächst einmal verschoben
wird.
Für die Indikationsstellung zur Radiosynoviorthese bei aktivierter Arthrose
(Osteoarthritis) ist es wichtig, die Komponente "Arthrose" mit der Komponente
"Arthritis" zu vergleichen. Nur bei Nachweis einer deutlichen Synovialitis
ist die Radiosynoviorthese erfolgversprechend und damit indiziert. Auf
die Spätphase kann meist verzichtet werden, wenn aktuelle Röntgenaufnahmen
die ossären Veränderungen zeigen (Ausnahme z.B. : Zustand nach TEP-Implantation,
Verdacht auf Morbus Ahlbäck). Die Abbildungen zeigen die Therapierelevanz
von Weichteilszintigrammen.
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Das Weichteilszintigramm der Hände zeigt, daß
nicht nur das Handgelenk (Radiokarpalgelenk), sondern der gesamte
Karpus incl. distales Radioulnargelenk befallen ist. Das Arthrogramm
unter der RSO bestätigt den Befund. Eine operative Synovektomie
wäre ineffektiv. |
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Psoriasisarthritis: Z.n. RSO des rechten oberen
Sprunggelenkes (OSG) vor 2,4 Jahren. Nach Beschwerdefreiheit akute
Schmerzen im re. Fuß. Indikation zur Re-RSO? Szintigramm: OSG
unauffällig. Tenosynovialitis der re. Peronäen (und Enthesitis
der li Achillessehne). Keine Indikation zur RSO! |
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